Öffentliche Probe zu Märchenfestspielen – Engel will „Spaß vermitteln“

 Hanau (hl/aw) – Zehn Tage vor Beginn der 29. Brüder-Grimm-Märchenfestspiele in Hanau haben sich die vier Ensembles bei einer Probe der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Jahr liegt ein besonderes Augenmerk auf der Veranstaltung. Denn erst vor einem Monat wurde der bisherige Intendant Dieter Gring durch Frank-Lorenz Engel ersetzt.

Interims-Leiter Engel, der an diesem Mittwoch seinen 52. Geburtstag feierte, ist trotz des kurzfristigen Wechsels an der Spitze der Märchenfestspiele guter Dinge. „Ich stehe eher auf der Sonnenseite des Lebens und bin kein Grübler“, sagte der erfahrene Theater-Regisseur im Gespräch mit Regiomelder. „Meine Aufgabe ist es nun, dafür zu sorgen, dass es läuft. Ich will motivieren und Spaß vermitteln – das gilt natürlich auch für das Publikum.“

Mit dem Stand der Vorbereitungen dürfte der in Berlin lebende Saarländer trotz der widrigen Umstände zufrieden sein. Die Darsteller – noch ungeschminkt und ohne Kostüme – zeigten sich bei der öffentlichen Probe vor etwa 150 Zuschauern in der Orangerie bereits in Spiellaune. Auffällig: Die Aufführung des Märchens „Tischlein deck dich“, bei der Engel auch als Regisseur verantwortlich ist, besticht als zeitgemäße Interpretation mit Rap- und Karate-Einlagen sowie jugendlicher Sprache. Da „cruised“ Elfe Robin durch den Wald, bei Wortgefechten fliegen Beleidigungen wie „Pfosten“, „Dödel“ oder „Dumpfbacke“.

Drei Uraufführungen

„Meine Stücke sollen die ganze Familie ansprechen“, erklärte Engel, der im vergangenen Jahr mit seiner Inszenierung des „Tapferen Schneiderleins“ erstmals bei den Märchenfestspielen engagiert war und gleich herausragende Kritiken bekam. Neben „Tischlein deck dich“ stehen in diesem Jahr das Musical „Schneeweißchen und Rosenrot“, das am 17. Mai die Märchenfestspiele in diesem Jahr eröffnet, das nordische Märchen „Swanhwita“ – eine schwedische Adaption von „Brüderchen und Schwesterchen“ – und „König Drosselbart“ auf dem Programm für das Freiluft-Festival im Amphitheater, das vor 13 Jahren eigens für die Märchenfestspiele gebaut wurde und mehr als 1000 Zuschauern Platz bietet. Somit sind drei von vier Stücken Uraufführungen in Hanau – der Geburtsstadt der weltberühmten Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm.

Mit Engel an der Spitze der künstlerischen Leitung hoffen die Märchenfestspiele auf neue Begeisterung. Unter Gring, der die Festspielleitung 2007 von Dieter Stegmann übernommen hatte und vor einem Monat wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms – so die offizielle Erklärung – abgelöst wurde, waren die Besucherzahlen immer mehr eingebrochen. Nur 61.400 Zuschauer, was einer Auslastung von 63 Prozent entspricht, kamen im Vorjahr, fast 9000 weniger als 2011 und 23.000 weniger als im Rekordjahr 2008. Bleibt zu hoffen, dass Engels Credo in der Kürze der Zeit durschlägt: Spaß vermitteln.

Das Programm und weitere Informationen zu den 29. Märchenfestspielen sind auch zu sehen unter http://www.hanau.de/kultur/grimm.

 

Märchenfestspiele 2013 – Verena WüstkampAusdrucksstark: Verena Wüstkamp alias Prinzessin Serena.

Märchenfestspiele 2013 – Interimsleiter Frank-Lorenz EngelDer neue Interims-Intendant Frank-Lorenz Engel will Spaß vermitteln.

Märchenfestspiele 2013 – Kostüm des EinhornsEines der Kostüme, das ab dem 17. Mai zum Einsatz kommt.

Märchenfestspiele 2013 – Marius Schneider

IMG_0603Die Darsteller sind schon in Spiellaune. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.